Glossar der Begriffe und Namen
Awareness
Bewusstheit, Gewahrsein
Beratung
Der Begriff Beratung umfasst
eine Vielzahl von Konzepten, Anwendungsfeldern, Themen und Fachgebieten. Eine
einheitliche Definition des Beratungsbegriffes existiert nicht, aber es gibt
einige Kriterien, die zur Abgrenzung von Beratung und Therapie hilfreich
erscheinen. Beratung ist ein mehr themen- und alltagsbezogener Prozess. Das
Erarbeiten lösungsorientierter Strategien und konkreter Handlungsschritte steht
im Vordergrund. Aus dem Gestaltansatz sind eigenständige Beratungskonzepte
hervorgegangen, die auf Wachstum und die
Entfaltung der Persönlichkeit ausgerichtet sind. (Reinhard Fuhr/Martina
Gremmler-Fuhr: „Dialogische Beratung“; Dorothea Rahm:“Gestaltberatung“)
Dialogische Beratung und
Therapie
Der
Gestaltansatz richtet den Fokus auf die Beziehung, den Kontakt zwischen
verschiedenen Personen oder widerstreitenden innerseelischen Auffassungen,
Überzeugungen und Impulsen einer einzelnen Person. Damit unterscheidet er sich
von der „archäologischen“ Vorgehensweise in der klassischen Psychoanalyse, die Erfahrungen
aus der Vergangenheit „ausgräbt“ und deutet und bewertet.
Existenzialismus
Eine auf Jaspers, Heidegger,
Sartre und Kierkegaard zurückgehende Lebensphilosophie, die die Einzigartigkeit
jedes Menschen hervorhebt. Zum Eigentlichen des Menschseins gehört die Erfahrung von Freiheit,
Isolation, Verantwortung, Sinn(losigkeit) und Tod. Die Auseinandersetzung mit den sich aus diesen Themen ergebenden Fragen gehört zu den existenziellen Aufgaben des Menschen.
Gestaltpsychologie
Es geht um die
Ganzheitlichkeit der Wahrnehmung. In den 1920-er Jahren fanden Psychologen
heraus, dass die Wahrnehmung von Figur und Hintergrund, der Geschlossenheit,
Ähnlichkeit, Nähe, Einfachheit, Ganzheit und Einprägsamkeit von Figuren
bestimmten Gesetzen unterliegt. Auf der Seite www.kommdesign.de werden unter dem Button „Texte“ die
Gestaltgesetze sehr einprägsam dargestellt.
Hier-und-Jetzt-Prinzip
Die Bedeutung vergangener
oder zukünftiger Ereignisse reduziert sich auf das, was für die gegenwärtige
Befindlichkeit auf emotionaler, kognitiver und leiblicher Ebene bedeutsam ist.
Hamburger Institut für
Gestaltorientierte Weiterbildung
Human-Potential-Bewegung/ Humanistische Psychologie
Auf die Ziele
Selbstverwirklichung, Wachstum, Beziehungsfähigkeit, Ganzheitlichkeit und
Wahrhaftigkeit ausgerichteter Zweig der Psychologie. Der Mensch wird als ein
mit Entwicklungspotenzialen ausgestattetes Wesen gesehen. Eine Gegenbewegung
zur naturwissenschaftlich orientierten akademischen Psychologie, die häufig die
Defizite und die Funktionalität des Menschen beschreibt.
Klient und Therapeut
Ich habe mich für die
männliche Form entschieden, da die sonst von mir bevorzugten Formen „KlientIn“
und „TherapeutIn“ mir im Text zu sperrig erschienen.
Kontakt
Zentraler Begriff des
Gestaltansatzses. Aus der Beschreibung des Kontaktprozesses als zyklischen
Vorgang mit determinierten Phasen entwickelte Perls ein völlig neues und
eigenständiges Modell der Psychodynamik und ihrer Störungen.
Martin Buber
Jüdischer Philosoph,
Religionswissenschaftler und Soziologe (geb. Wien 1878, gest. Jerusalem 1965), der die Beziehung, den
Dialog als Grundprinzip menschlicher
Existenz ansah. („Der Mensch wird am Du zum Ich.“)
Organismische Selbstregulation
Bahnbrechendes Konzept für
das Verständnis von Wachstumsprozessen einzelner Personen, Organisationen und
Gemeinschaften, übertragen aus der Beobachtung physiologischer Prozesse:
Systeme (Organismen, Personen, Gemeinschaften, Organisationen) entwickeln sich
am erfolgreichsten, wenn sie ihre Bedürfnisse selbst regulieren können und
planende, kontrollierende oder behindernde Eingriffe von außen unterbleiben.
Phänomenologie
Philosophische Methode, die
den Erkenntnisgewinn aus den Wesenserscheinungen der Dinge zieht, sich mit dem
direkt Beobachtbaren beschäftigt.
Resonanz
Die Fähigkeit des
Mitschwingens mit dem Gegenüber, das Erkennen der eigenen Empfindungen, die ein
Gegenüber auslöst.
Ressourcen
Alle Stärken und
Kraftquellen, die zur Bewältigung eines Problems oder einer
Anforderungssituation beitragen.
Selbst
„Das Selbst ist Grundlage
und Gesamtbereich der Persönlichkeit(…). Das Selbst umfasst Physisches und
Psychisches, es ist daher mit Begriffen unserer Alltagsprache, die beide Bereiche
trennt schwer zu fassen.“ (Dorothea Rahm u. a., Einführung in die Integrative
Therapie)
Soziotherapie
An den Übergängen von einer
psychotherapeutischen Behandlung in eine Lebensphase ohne diese Form der
regelmäßigen Betreuung wird oftmals eine unterstützende, begleitende
Hilfestellung nötig, um Stabilität auch in den Herausforderungen des Alltags zu
gewährleisten. Soziotherapie leistet diese überbrückende Hilfestellung.
Therapie
befasst sich mit
tiefgreifenden Schichten des Erlebens und der innerseelischen Dynamik